Erzähle

Ich erzähle.

Nicht, um zu erklären.
Nicht, um zu überzeugen.
Nicht, um anzukommen.

Ich erzähle, weil Bewegung Sprache braucht.

Der Weg beginnt, lange bevor man ihn erkennt.
Oft dort, wo man stehen bleibt
und glaubt, fertig zu sein.

Dann regt sich etwas.
Unruhe.
Ein Zweifel.
Ein Ziehen nach vorn.

Man geht los.
Nicht, weil man weiß wohin,
sondern weil Bleiben keine Option mehr ist.

Es gibt Abschnitte, die tragen leicht.
Der Boden ist eben,
der Blick weit,
der Atem ruhig.

Und es gibt Passagen, die fordern.
Steil.
Eng.
Dunkel.

Man geht trotzdem weiter.
Nicht heroisch.
Einfach, weil der Weg weitergeht.

Unterwegs entstehen Dinge.
Bilder.
Gedanken.
Entscheidungen.

Manche bleiben.
Andere fallen zurück in den Staub.

Man lernt,
nicht alles festzuhalten.
Nicht jede Spur zu deuten.
Nicht jede Anstrengung zu verklären.

Der Weg schuldet uns nichts.
Er ist weder gut noch böse.
Er ist.

Und irgendwann steht man an einer Stelle
und merkt:

Das hier ist eine Station.
Nicht das Ziel.
Nicht der Anfang.

Ein Moment, der trägt.

Man schaut zurück.
Nicht aus Nostalgie,
sondern um zu verstehen,
dass man gegangen ist.

Dann schaut man nach vorn.
Nicht aus Hoffnung,
sondern aus Notwendigkeit.

Und geht weiter.

Denn wichtig ist nicht,
wie schön oder wie schwer der Weg war.

Wichtig ist,
dass man sich bewegt hat.

Alles andere
ist Stillstand.