# Fujifilm Next Level Workshop – Handout
Vielen Dank für eure Teilnahme am Fujifilm Next Level Workshop.
Auf dieser Seite findet ihr die Inhalte noch einmal in Ruhe zusammengefasst – als Nachschlagewerk für die Praxis.
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## 1) Filmsimulationen – Gestaltung beginnt beim Fotografieren
Fujifilm-Filmsimulationen sind keine einfachen Filter, sondern komplexe Bildprofile, die Farben, Kontrast und Tonwerte bereits in der Kamera festlegen.
Sie wirken:
– direkt auf JPEGs
– als Vorschau im Sucher und Display
– als Ausgangspunkt für die RAW-Entwicklung
Auch bei aktivierter Filmsimulation enthält die RAW-Datei weiterhin alle Bildinformationen. Die Simulation ist nur eine Interpretation, keine endgültige Entscheidung.
Typische Einsatzbereiche:
– Provia – neutral
– Velvia – kräftige Farben, Landschaft
– Astia – weiche Portraits
– Classic Chrome – dokumentarischer Look
– Classic Neg – kontrastreich, moderner Retrolook
– Eterna – filmischer Look
– Acros – Schwarzweiß mit schöner Tonwerttrennung
Ziel ist es, bereits beim Fotografieren eine gestalterische Entscheidung zu treffen und nicht erst am Rechner „irgendetwas“ aus dem Bild zu machen.
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## 2) Fujifilm X RAW Studio – RAW-Entwicklung mit dem Kameraprozessor
X RAW Studio nutzt den Bildprozessor der Kamera zur Entwicklung der RAW-Dateien am Computer.
Vorteile:
– identischer Look wie in der Kamera
– Zugriff auf Filmsimulation, Weißabgleich, Highlights, Shadows, Körnung, Schärfe und Rauschreduzierung
– ideal für Serienbearbeitung
Workflow:
1. Kamera per USB anschließen
2. RAW-Dateien laden
3. Filmsimulation und Parameter einstellen
4. Export als JPEG oder TIFF
Download:
https://fujifilm-x.com/de-de/support/download/software/x-raw-studio/
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## 3) Darktable – RAW-Entwicklung ohne Abo
Darktable ist ein kostenloser Open-Source-RAW-Konverter und eine leistungsfähige Alternative zu Lightroom.
Eigenschaften:
– nicht-destruktive Bearbeitung
– präzise Kontrolle über Belichtung, Kontrast und Farbe
– Masken und lokale Anpassungen
– Presets möglich
– professionelles Farbmanagement
Geeignet für bewusste und strukturierte Bildentwicklung.
Download:
https://www.darktable.org/install/
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## 4) Luminar – kreative Alternative ohne Abo
Luminar ist stärker auf einfache Bedienung und kreative Looks ausgelegt.
Eigenschaften:
– übersichtliche Oberfläche
– schnelle Ergebnisse
– kreative Werkzeuge
– KI-gestützte Funktionen
– Ebenenbasierte Bearbeitung
– kein Abo-Modell
Geeignet für Fotografen, die unkompliziert arbeiten möchten.
Download:
https://skylum.com/de/luminar
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## 5) Fokus Peaking – manuell fokussieren
Fokus Peaking markiert scharfe Kanten farbig im Sucher oder Display.
Besonders hilfreich:
– bei manuellen Objektiven
– bei Offenblende
– bei geringer Schärfentiefe
– bei Video
In Kombination mit der Lupenfunktion lässt sich der Schärfepunkt sehr präzise setzen.
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## 6) Zeit, Blende und ISO – Prioritäten setzen
Statt der Kamera alle Entscheidungen zu überlassen, wird bewusst priorisiert.
Zeit steuert Bewegung
Blende steuert Schärfentiefe und Bildwirkung
ISO steuert Licht und Bildqualität
Beispiele:
Priorität Zeit:
– kurze Zeit: Bewegung einfrieren (Street, Kinder, Sport)
– lange Zeit: Bewegung sichtbar machen (Mitzieher, Wasser, Light Trails)
Priorität Blende:
– offene Blende: Freistellung, Portrait
– geschlossene Blende: große Schärfentiefe, Landschaft
Priorität ISO:
– niedrige ISO: beste Bildqualität
– höhere ISO: wenn es nötig ist
Typischer Ansatz:
– zuerst Zeit oder Blende festlegen
– dann ISO anpassen
– Auto-ISO sinnvoll nutzen
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## 7) Belichtungsmessmethoden – wie die Kamera belichtet
Belichtungsmessung entscheidet, auf welchen Bildbereich sich die Belichtung bezieht.
### Mehrfeldmessung
Die Kamera analysiert das gesamte Bild und berechnet eine Durchschnittsbelichtung.
Geeignet für:
– Alltag
– Reportage
– wechselnde Situationen
Nachteil:
– bei starkem Gegenlicht wird das Hauptmotiv oft zu dunkel
Beispiel:
Street bei wechselndem Licht – Mehrfeldmessung ist schnell und zuverlässig.
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### Mittenbetonte Messung
Die Bildmitte wird stärker gewichtet als der Rand.
Geeignet für:
– Portraits
– Motive in der Bildmitte
– kontrollierte Situationen
Beispiel:
Portrait vor dunklem Hintergrund – das Gesicht wird zuverlässiger korrekt belichtet.
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### Spotmessung
Die Kamera misst nur einen sehr kleinen Bereich.
Geeignet für:
– starke Kontraste
– Gegenlicht
– Bühnenlicht
– gezielte Belichtung auf Gesichter
Beispiele:
Person im Gegenlicht – Spot auf das Gesicht
Konzert – Spot auf das beleuchtete Gesicht
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### Highlight-orientierte Messung (modellabhängig)
Die Kamera schützt helle Bildbereiche vor dem Ausfressen.
Geeignet für:
– weiße Kleidung
– Schnee
– helle Wolken
– reflektierende Flächen
Beispiel:
Brautkleid in Sonne – Struktur im Kleid bleibt erhalten.
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## 8) Autofokus-Modi – welcher AF für welche Situation
AF-S (Single AF):
– fokussiert einmal, dann bleibt der Fokus fix
– geeignet für Portraits, Architektur, Landschaft
AF-C (Continuous AF):
– fokussiert kontinuierlich nach
– geeignet für Bewegung, Kinder, Tiere, Sport
MF (Manuell):
– Fokus wird von Hand gesetzt
– ideal in Kombination mit Fokus Peaking und Lupe
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## 9) AF-Feldmodi
### Single Point
Ein einzelnes Fokusfeld wird gewählt.
Geeignet für:
– Portraits
– Details
– präzise Kontrolle
Beispiel:
Einzelfeld auf das Auge beim Portrait.
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### Zone AF
Mehrere Felder bilden eine Zone.
Geeignet für:
– bewegte Motive
– Sport
– Tiere
Beispiel:
Hund läuft quer durchs Bild – Zone gibt Spielraum.
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### Wide / Tracking
Großer Bereich oder gesamtes Feld wird genutzt.
Geeignet für:
– unvorhersehbare Bewegungen
– Street
– Reportage
Beispiel:
Menschen bewegen sich frei durch das Bild – Tracking hilft beim Mitziehen.
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### Eye AF / Face Detection
Automatische Erkennung von Gesichtern und Augen.
Geeignet für:
– Portraits
– People-Fotografie
– Events
Nicht ideal, wenn:
– Gesichter sehr klein sind
– Motiv verdeckt ist
– bewusst auf Details fokussiert werden soll
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## 10) Praxisrezepte
Street:
– Zeit: 1/250 s
– Blende: f/5.6
– ISO: Auto
– Messung: Mehrfeld
– AF: AF-C + Zone
Portrait:
– Blende: f/2
– Zeit: 1/250 s
– ISO: niedrig
– Messung: Mittenbetont oder Spot
– AF: AF-S + Eye AF
Gegenlicht:
– Messung: Spot auf Gesicht
– Belichtung: ggf. +0.7 EV
– AF: Eye AF
Konzert:
– Zeit: 1/250 s
– Blende: offen
– ISO: hoch
– Messung: Spot
– AF: AF-C oder AF-S
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## Vielen Dank für eure Teilnahme
Vielen Dank, dass ihr an diesem Workshop teilgenommen habt.
Ich hoffe, ihr konntet neue Impulse für euren eigenen fotografischen Weg mitnehmen.
Wenn ihr weiter einsteigen möchtet oder Fragen habt, findet ihr weitere Workshops und Angebote auf meiner Website.
Herzliche Grüße
Sascha